Rückblick | 12 Filme aus 2012

Ein Gutes hat es ja, in China zu wohnen: Man kann heimische Filme zeitnah sehen. 2012 habe ich immerhin zwölf Filme gesehen, die im selben Jahr produziert wurden. Darunter befinden sich ein Film aus Taiwan, zwei Filme aus Hongkong und neun China-Produktionen. Daraus den besten Film des Jahres zu küren wäre vermessen, da meine Auswahl gesehener Filme so gering und nicht repräsentativ ist, dass es unfair wäre, Lethal Hostage zum besten Film des Jahres zu erheben, nur weil ich sonst keine guten Filme gesehen habe. Von daher muss eine kurze Übersicht in alphabetischer Reihenfolge genügen und die Vermutung, dass Lethal Hostage der beste (chinesische) Film des Jahres sein könnte.

 

Believe In LoveBelieve In Love (China, 2012)
Model Zhao Yufei findet Designer Liu Zihao eigentlich voll doof, aber als sie Zeit mit ihm verbringen muss, ändert sie ihre Meinung. Schnell wird der eingangs noch lässige Modelfilm zur kitschtriefenden Romanze bar jeder Realität. Die extrem konstruierte Story zieht Konflikte an den Haaren herbei, nur um wenigstens ein bisschen Substanz vorgaukeln zu können, und die Figuren schaffen es trotz charakterlicher Blässe, sich unfreiwillig gegen ihre Natur zu verhalten. Eine wirklich entbehrliche Schnulze.
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Double TroubleDouble Trouble (Taiwan, 2012)
Arg konstruierte 08/15-Buddy-Komödie mit Jackie-Chan-Sprössling Jaycee Chan, der mit seinem unfreiwilligen Gefährten Xia Yu in Taiwan streiten und Kunsträubern sowie einem Reisebus hinterherjagen muss. Die üblichen Klischees, platte Action und das nicht allzu kreative Zusammenspiel des ungleichen Duos machen die Actionkomödie zwar teilweise ganz amüsant, aber mit einem IKEA-Katalog kann ich mich trotzdem besser unterhalten.
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Happy HotelHappy Hotel (China, 2012)
Im Happy-Hotel geht alles drunter und drüber! Lösegeldübergaben, Affären, geheime Termine mit Schönheitschirurgen, ein eventuell toter Koreaner und die Jagd nach einer Tasche voll Geld—klingt turbulent und spaßig, wenn auch oberflächlich und nicht sonderlich nachhaltig. Genau das ist die Komödie auch—witziges, pointiertes Popcornkino für die ganz Unbedarften. Ziemlich unterhaltsam, allerdings.
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Holding LoveHolding Love (China, 2012)
Obwohl Mini Yang und ATV-Schönling Hawick Lau gerade eine Blitzscheidung hinter sich haben, nehmen sie ihre Flitterwochenreise ins exotische Sanya wahr, wo Mini Yang prompt entführt wird. Ein fingiertes Spiel! Exotische Kulissen von Chinas Mallorca-Pendant Hainan können nicht verbergen, dass die Komödie mit jeder Minute belangloser wird. Logiklöcher und das verpatzte Erzähltempo nerven ebenfalls. Auf der kommerziellen Ebene funktioniert der Film allerdings: Ich hätte jetzt Lust auf eine Reise nach Sanya.
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I DoI Do (China, 2012)
Sun Honglei und Duan Yihong buhlen um die Gunst von Li Bingbing. Dass ich den Liebesfilm zum Jahresende schon fast wieder vergessen habe, ist kein gutes Zeichen. Ich habe diese ewigen Dreiecksbeziehungen einfach satt und fühle mich durch aufdringliches Product Placement und Luxus-Setting, wie es fürs neue China-Kino leider so typisch ist, gestört. Die wenig überzeugend gescripteten Figuren und die üblichen Versatzstücke machen die Chose auch nicht besser. Ist die RomCom romantisch und witzig? Ein bisschen, was aber hauptsächlich an Sun Hongleis herrlich trockenem Spiel liegt.
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Lethal HostageLethal Hostage (China, 2012)
Der superb besetzte Thriller um einen Drogendealer (schon wieder Sun Honglei) und seine Liebe zu seiner Geisel ist für mich der Gewinner des Jahres. Brutal, konsequent und packend in Szene gesetzt. Obendrein gefällt der Film auch noch mit seiner Optik und intelligenter Erzählweise. Die Location an der Grenze zu Burma hätte außerdem nicht besser gewählt werden können.
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Million Dollar CrocodileMillion Dollar Crocodile (China, 2012)
Löblich: Die Chinesen versuchen sich mal an einem ganz anderem Genre, dem Monsterfilm. Nicht so löblich: Über das übliche Gedöns eines US-B-Films kommen sie dabei nicht hinaus. Immerhin ist der Streifen nicht nur für Trash-Fans unterhaltsam: Eine rasante Erzwählweise, eine hysterische Barbie Hsu, ein Riesenkrokodil in Hangzhou und ansehnliche Optik machen den Film unterhaltsam. Letztendlich bleibt der Monsterstreifen aber zu harmlos. Die einzige Überraschung war für mich die prompte deutsche DVD-Auswertung.
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Love On That DayLove On That Day (China, 2012)
Thai-Chinese Mario Maurer sucht vor romantischer Tianjin-Kulisse nach seinem verschollenen Vater und verliebt sich. Typische Teenie-RomCom mit Taiwan-Flair, obwohl wir es hier mit einer waschechten Festlandproduktion zu tun haben. Der Humor ist erfrischend, wenn auch plump und der Film von vorn bis hinten perfekt auf Teenies zugeschnitten. Genau dieses Teenietum sorgt aber auch dafür, dass man den Film als Erwachsener nicht ernst nehmen kann, zumal er viel zu oberflächlich und naiv die Probleme seiner Protagonisten behandelt.
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Shadows Of LoveShadows Of Love (Hongkong, 2012)
Uninspirierte Doppelgängerinnen-RomCom, mit der sich Cecilia Cheung keinen Gefallen tut. An der Seite von Kwon Sang-Woon wird das Mädel von nebenan ins Leben der Reichen und Schönen eingeführt und verliebt sich prompt. Die üblichen Versatzstücke sorgen für handlungs- und spannungsarmes Geplänkel, das weder unterhält noch interessiert. Vom einstigen Hongkong-Flair ist hier nichts mehr übrig. Die RomCom sieht sich wie die hundertdrölfzigste RomCom vom Festland. Echt übel.
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That Year School EndedThat Year School Ended (China, 2012)
Und noch einmal geht’s auf Chinas Ferieninsel Hainan, wo die Schüler einer Kunstakademie kurz vor ihrem Abschluss stehen, sich aber trotzdem wie pubertäre Teenies verhalten. Weltfremd, naiv, oberflächlich, anspruchslos, lustlos, fade, uninspiriert sind nur einige Adjektive, die mir spontan für eine Beschreibung in den Sinn kommen. Selbst wer sich sonst auch mit schlechten Filmen amüsieren kann, dem wird es hier schwer fallen. Zu öde ist das Gesamtwerk. Der schlechteste Film des Jahres? Vielleicht. Zumindest aber einer der schlechtesten Filme, die ich 2012 gesehen habe.
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The Kung Fu MasterThe Kung Fu Master (China, 2012)
Klassisch aufgezogener Eastern um einen historischen Martial-Arts-Helden. Die traditionelle Erzählweise, mittelmäßige Kampfszenen und die aus bekannten Versatzstücken zusammengestümperte Story reichen im neuen Jahrtausend nicht mehr für ein unterhaltsames Filmvergnügen. Dünn, uninspiriert – einfach auf ganzer Linie enttäuschend. Mein ausführlicher Verriss wird in Kürze folgen.

 

 

The Viral FactorThe Viral Factor (Hongkong, 2012)
Nicholas Tse und Jay Chou sind erwachsen geworden und spielen ein ungleiches Brüderpaar, das im Kugelhagel von Dante Lams Actionthriller arg ramponiert wird. Die Story um einen tödlichen Virus, die praktisch nur von Zufällen zusammengehalten wird und auch sonst nicht immer die logischste ist, geht einem auf die Nerven, aber die Umsetzung ist so explosiv, rasant, statistenverschleißend und fesselnd, dass dem durchschnittlichen Actionfan die Handlung sowieso egal sein dürfte. Das Flair ist zwar mehr international denn Hongkong, aber immerhin: ein sehenswerter Actionthriller aus der einstigen Actionhochburg. Meine ausführliche Rezension folgt in Kürze.

 

 

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2 Gedanken zu “Rückblick | 12 Filme aus 2012

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