Filmkritik | A Big Deal (China, 2011)

A Big DealDem Film A Big Deal liegt ein Thema zugrunde, das nicht allzu oft Zugang ins Kino schafft—das Immobiliengeschäft. Wohl aus gutem Grund, denn das trockene Thema lässt sich kaum so umsetzen, dass man damit ein großes Publikum findet. Ein paar schöne Gesichter helfen natürlich, aber ein Lieblingsfilm kann A Big Deal höchstens für Fans von Lan Zhenglong werden.

Wang Yunpeng (Chapman To), Zhang Ze (Lan Zhenglong) und Liu Yijun (Kimi) wollen also unbedingt das ganz große Geld machen und steigen ins Immobiliengeschäft ein. Der erste Deal in Dubai geht schon mal schief, da sich ihr Geschäftspartner als herzkranker alter Mann entpuppt, der gerade seine gesamten Investitionen in den Sand gesetzt hat. Die drei Freunde wollen noch nicht aufgeben und versuchen mit ihren Betrügereien weitere chinesische Investoren an Land zu ziehen. Das erweist sich als gar nicht so einfach.

Womöglich als Businesskomödie konzipiert unterhält A Big Deal nur leidlich. Ein Deal wird gemacht und platzt wieder. Arbeit im hypermodernen Büro, das Hin- und Herjetten zwischen Peking und Dubai, Meetings mit dickbäuchigen Geschäftsmännern mit goldenen Uhren und teuren Anzügen und zwischendurch Jeep- oder Kamelausflüge in die Wüste. Und nicht vergessen, mit der Kamera immer schön auf Luxus, Moderne und Exotik von Dubai zu halten. Lustig wird es nur selten, da helfen auch nicht die Comicsequenzen, in denen Träume, Pläneschmieden und -ausführen in abstrakter Weise zusammengefasst werden. Spannend wird es ebenfalls nicht. Das liegt schon daran, dass einem die Hauptfiguren völlig egal sind. Blasse Typen, die dank ihrer Geldgier und oberflächlichem Gehabe nicht gerade sympathisch rüberkommen, interessieren mich nicht. Da tun mir höchstens die Frauen leid, die auf die Typen warten müssen, bis sie endlich reich geworden sind, und unter den Workaholic-Allüren der Männer leiden müssen. Vermutlich richtet sich A Big Deal ausschließlich an die neue 80er-Generation Chinas, die sich ähnlich verhält und reich zu werden über alles andere stellt. Dass das fürs Sozialleben nicht gerade gesund ist, zeigt der Film zwar, aber Reichtum bleibt in der Prämisse trotzdem erstrebenswerter.

Und so ist A Big Deal ein extrem hohles Geplänkel, das mit hochpolierten Bildern von coolem Luxus zu vertuschen versucht, dass der Streifen absolut substanzlos ist. Wer sich von Schönheit und Reichtum nicht blenden lässt, wird es wohl genauso sehen. Mehr als 57 Millionen zumeist begeisterte Chinesen zeigen allerdings, dass man das in China nicht unbedingt so sieht. Der Nerv der Zielgruppe wird mit diesem Film scheinbar genau getroffen. Ich gehöre da aber beim besten Willen nicht dazu.

© Shaoshi, 23. September 2012
2/10

巨额交易 | Ju E Jiao Yi
China • 2011 • 87 Min. • Businesskomödie
Regie | Ma Liwen
Drehbuch | Ma Liwen
Darsteller | Chapman To Man-Chak, Lan Zhenglong, Kimi, Han Chae-Young

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com

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