Filmkritik | Good-For-Nothing Heroes (China, 2012)

Good-For-Nothing HeroesKimi, der neuerdings in jedem zweiten Film dabei zu sein scheint, hat zwar die Hauptrolle in der Betrügerkomödie Good-For-Nothing Heroes inne (singt der My Hero-Castingshow-Zweitplatzierte eigentlich noch?), aber das ist ihm offensichtlich egal. Anders kann man sich nicht erklären, dass seine Figur so extrem blass bleibt. Allerdings: die anderen Darsteller legen sich auch nicht mehr ins Zeug. Dabei sind durchaus einige talentierte Hongkong-Veteranen vertreten. Kurzum: Good-For-Nothing Heroes ist wirklich eine Enttäuschung. Wenn Fu Yong seinen nächsten Film genauso lustlos runterreißt wie seinen Erstling hier, braucht man sich seinen Namen wirklich nicht zu merken.

Die Hauptschuld dürfte jedoch bei Zhu Lins fadem Script liegen, das uns weder Höhepunkte noch irgendwelche originellen Momente oder unterhaltsam ausgearbeitete Konflikte beschert. Das Potenzial wäre da gewesen, leben die Kumpels Peng Da (Kimi) und Long (Lam Suet) doch in einem alten Straßenzug von Shenzhen, der demnächst abgerissen werden soll. Als sie sich zufällig das Erbe eines im Koma liegenden Hotelchefs (Kent Cheng) unter den Nagel reißen können, steigt Peng Da zum neuen Boss auf – bis er erfährt, dass ausgerechnet »sein« Hotel für den Abriss seines Viertels verantwortlich ist. Ist jetzt vielleicht nicht gerade die innovativste Idee für eine Komödie, versprach aber zumindest im Vorfeld harmlose 08/15-Unterhaltung. Leider wurde dann nichts mit Spaß. Dafür sind die Figuren so extrem blass, dass ich mir bis zum Schluss nicht ganz sicher war, ob Kimi wirklich eine Hauptfigur spielt. Immerhin besitzt ausgerechnet Lam Suet die größere Ausstrahlung. Der kommt mit seiner undankbaren Rolle als opportunistischer Sidekick allerdings auch nicht viel besser weg. Zurück zu Kimi: Zusammen mit seiner austauschbaren Erscheinung, seinem nichtssagenden Spiel und dem lustlosen Drehbuch werden seine Auftritte zur Katastrophe. Dass er im Film dem unschuldigen Mädchen Ah Ying (Shi Yanfei) finanziell helfen will, das ganz allein (und obendrein blind!) ein Café schmeißt, ist außerdem ein ganz übler Griff in die 08/15-Kiste. Peng Da wird mir deswegen noch lange nicht sympathischer oder zugänglicher, höchstens noch langweiliger. Da bleibt zuletzt alle Hoffnung an Francis Ng hängen, der vermutlich Peng Das Gegenspieler im Hotel spielen soll, aber so dermaßen unmotiviert agiert, als hätte er bereits mit seinem Leben abgeschlossen.

Dass solch fade Figuren nun in einer kaum interessanteren Story miteinander agieren, gibt der unlustigen Komödie noch den Rest. Nie kommt auch nur ein bisschen Spannung auf. Da hilft es nicht, dass Danny (Francis Ng) den Betrügern Privatdetektive auf den Hals hetzt, Peng Da in der Aufsichtsratsitzung mal kurz protestiert, dass sein Viertel unter keinen Umständen abgerissen werden soll, oder dem Luxushotel generell die Gäste zu fehlen scheinen. Auch so angeblich unkonventionelle Ideen wie Bühnenshows mit Ballerinas mit Cheerleaderchoreographie, die für das Hotel ein großes Risiko darstellen, sind einfach nicht unterhaltsam. Und Furzen im Aufzug war wahrscheinlich noch nie lustig. Der Film plätschert belanglos dahin und ist so zäh und inhaltsarm, dass man ihn direkt beim Sehen wieder vergisst. Einziges witziges Highlight ist noch die Szene gegen Ende (Höhepunkt?), in der Lam Suet einen Bus voller Brautpaare aufhalten muss.

Selten habe ich eine Komödie gesehen, die so wenig lustig war wie Good-For-Nothing Heroes. Selten auch wurden etablierte Akteure wie Francis Ng oder der ewige Nebendarsteller Lam Suet so sehr verheizt wie hier. Cameos vom Tat Ming Pair-Duo waren in anderen Filmen auch schon mal heiterer. Ein lustloses Drehbuch, blasse Figuren und eine spannungs- wie handlungsarme Geschichte machen Good-For-Nothing Heroes zu einem Totalausfall. Da kann man es den Darstellern eigentlich kaum verübeln, dass sich (mal abgesehen von Lam Suet) niemand um gutes Schauspiel bemüht. Trotzdem hätte sich Kimi in seiner Hauptrolle etwas mehr ins Zeug legen können, um wenigstens ein kleiner Lichtblick zu sein. Ein bisschen mehr Ausstrahlung täte dem Burschen übrigens auch ganz gut. So umweht ihn doch selbst als Mittelpunkt der Komödie lediglich die Aura eines Statisten. Damit reiht er sich übrigens perfekt in die weibliche Darstellerriege. Denn die sind durch die Bank auch nichts anderes als schmückendes Beiwerk.

© Shaoshi, 6. Februar 2013
2/10

请叫我英雄 | Qing Jiao Wo Yingxiong
China • 2012 • 100 Min. • Komödie
Regie | Fu Yong
Drehbuch | Zhu Lin
Darsteller | Kimi Qiao Renliang, Lam Suet, Francis Ng Chun-Yu, Huo Siyan, Terri Kwan Wing, Lan Yan, Christy Chung Lai-Tai, Jack Kao Kuo-Hsin, Van Fan Yi-Chen, Kent Cheng Jak-Si, Cica Chow, Shi Yanfei, Samuel Pang King-Chi, Zhang Zi-Dong, Xiu Rui, Tats Lau Yi-Tat, Cheung Tat-Ming, Cai Zifen

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com

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2 Gedanken zu “Filmkritik | Good-For-Nothing Heroes (China, 2012)

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