Filmkritik | Tokyo Raiders (Hongkong, 2000)

Tokyo RaidersFrauenschwarm Tony Leung ist in Tokyo Raiders zur Abwechslung mal in einer eher untypischen Rolle zu sehen. Er ist der Privatdetektiv Lenny in Tokio, ungemein lässig und dazu auch noch ein agiler Kämpfer, der sich auch noch mit ein paar ungewöhnlichen »Waffen« verteidigen kann, die über die gesamte Lauflänge des Films dann leider doch zu selten zum Einsatz kommen. Zusätzlich stehen ihm dann auch noch ganz in alter Charlie’s Angels-Tradition ein paar kecke Mädels zur Seite, die für den Film eher unwichtig sind und wohl nur zum Beglücken der männlichen Zuschauer an seine Seite gestellt wurden.

Macy (Kelly Chen) wird an ihrem Hochzeitstag von ihrem Verlobten Ken sitzen gelassen. Als dann auch noch der Designer Tommy (Ekin Cheng) auftaucht, der von Ken endlich einen großen Batzen Schulden zurückgezahlt bekommen möchte und auch noch ein perfekt ausgebildeter Kung Fu-Kämpfer zu sein scheint, wird Macy klar: Ken muss in Tokio untergetaucht sein. Sofort macht man sich auf in die japanische Hauptstadt und trifft auf Lenny, der ebenfalls hinter Ken her ist—ausgerechnet im Auftrag der Yakuza. Bald kommen Macy aber erste Zweifel: Kann man Lenny wirklich trauen?

Die drei Hauptdarsteller werden in Jingle Mas Actionstreifen ins perfekte Licht gerückt. Da überzeugt Tony Leung als charmanter Detektiv ebenso wie Ekin Cheng mit einigen ganz nett choreographierten Kampfszenen. Kelly Chen darf die arme Betrogene spielen, die nicht nur bei ihrer Hochzeit sitzen gelassen wurde, sondern auch noch lernen muss, dass ihr Liebster nicht ganz koschere Sachen macht. Wem kann sie trauen und wem nicht? Tommy scheint ja schließlich auch kein gewöhnlicher Designer zu sein.

Tokyo Raiders ist Kino für die Masse. Optisch durchgestylt und mit dem gängigen Zusatz für eine Actiongeschichte, d.h. Verfolgungsjagden zu Land und zu Wasser, ein paar demolierte Autos, eine kleine Schießerei oder ein wie aus dem Nichts explodierender Laster, sowie massenkompatibler Humor runden das Durchschnittsabenteuer ab. Der tolle Detektiv hat immer noch irgendwo ein Ass im Ärmel und wie James Bond immer noch ein außergewöhnliches Gadget mit dabei. Die Inszenierung ist die meiste Zeit recht flott und lässig, so dass man ganz gut unterhalten wird. Zumal es auch einigermaßen spannend bleibt und eher unübliche Wendungen für weiteren Spaß sorgen. Allerdings nervt der unpassende Soundtrack in den Actionszenen auf Dauer und auch auf die Logik sollte man bei diesem Streifen nicht zu hoch setzen.

Dank der netten Optik und einem lässigen Tony Leung ist Tokyo Raiders zum Einmalsehen durchaus empfehlenswert. Aber schon beim zweiten Mal kann der Film mitunter langweilen, da er sich gerade zum Ende hin doch das ein oder andere Mal etwas zieht.

© Shaoshi, 20. Dezember 2008
6/10

東京攻略 | Dong Jing Gong Lüe
Hongkong • 2000 • 97 Min. • FSK 16 • Actionkomödie
Regie | Jingle Ma Chor-Sing
Drehbuch | Susan Chan Suk-Yin, Felix Chong Man-Keung
Darsteller | Tony Leung Chiu-Wai, Ekin Cheng Yee-Kin, Kelly Chen Wai-Lam, Cecilia Cheung Pak-Chi, Toru Nakamura, Hiroshi Abe, Kumiko Endo, Maiyu Ozawa, Yuko Moriyama, Minami Sirakawa, Pauline Yam

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com

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