Filmkritik | Godzilla – Duell der Megasaurier (Japan, 1991)

Godzilla - Duell der Megasaurier11 Millionen Dollar kostete die Produktion von Godzilla – Duell der Megasaurier. Der japanische Monsterfilm, der erst 1991 entstanden ist, ist somit ein eher später Godzilla-Film, was ihn aber nicht davon abhält, immer noch mit schlechten Effekten und unfreiwilliger Komik vollgestopft zu sein.

Wir schreiben das Jahr 1992, Godzilla schlummert tot geglaubt auf dem Grund des Meeres, alles scheint in bester Ordnung. Bis eines Tages ein UFO landet, genauer gesagt eine Zeitmaschine. An Bord sind Menschen, die aus der Zukunft kommen und die japanische Regierung um Hilfe bitten.

Und dann wird es kompliziert: In der Zukunft soll Japan nicht mehr existieren. Godzilla, in der Vergangenheit ein ganz normaler Saurier, der durch Atomkraft zu Godzilla mutiert ist, soll nämlich wieder auferstehen und Japan dem Erdboden gleich machen. (Dies ist von den bösen, bösen Menschen aus der Zukunft aber gelogen. Doch unseren leichtgläubigen Japanern fällt das natürlich im Traum nicht ein.) Damit dies also nicht passiert, soll durch eine Korrektur in der Vergangenheit der geschichtliche Verlauf verändert werden. Der Dinosaurier soll in der Vergangenheit an einen anderen Ort gebracht werden, wo er vor radioaktiven Strahlen sicher ist. Dadurch soll Godzillas Existenz also ganz aufgehoben werden. Er bleibt ein harmloser Saurier, der am Boden des Meeres schlummert. Diese Mission glückt zwar, aber obwohl Godzilla nicht mehr existiert, gibt es eine andere Katastrophe. In der Vergangenheit haben die Besucher aus der Zukunft nämlich drei Doratos, kleine, geflügelte Gremlins-artige Wesen, freigelassen, die nun die radioaktiven Strahlen an Stelle von Godzilla abbekommen haben. So mutieren sie zu dem dreiköpfigen Monster King Ghidora und werden zu einer noch größeren Bedrohung für Japan als Godzilla, da King Ghidora sogar fliegen und somit auch aus der Luft angreifen kann. Das Ganze war natürlich ein abgekartertes Spiel aus der Zukunft. Die Zukunftsmenschen wollen nämlich nichts anderes als die Weltherrschaft und weil Japan im 23. Jahrhundert zu mächtig werden wird, wollen sie es eben rechtzeitig vernichten.

Die Japaner wissen keinen anderen Weg, als Godzilla, der immer noch als Saurier im Meer ruht, mittels Atomstrahlen zu Godzilla mutieren zu lassen. So besiegt Godzilla schließlich King Ghidora. Eine einzige Verbündete aus der Zukunft haben die Japaner aber: Die Japanerin Amy. Sie reanimiert King Ghidorah in der Zukunft und kommt zurück ins Jahr 1992, wo sie noch einmal gegen Godzilla kämpft, um ihn zum Dank für seine Hilfe wieder zu vernichten.

Neben einer konfusen Handlung lassen sich in Godzilla – Duell der Megasaurier auch die Tricks noch immer belächeln. Tricks und die Mode entstammen direkt den 80er Jahren. Verständlich, dass man schon deshalb etwas zu lachen aufgetischt bekommt. Weiterhin lachhaft sind ein Android, allzu verdünntes Kunstblut und diverse Logiklöcher im Film. Für den Trash-Liebhaber ist Godzilla – Duell der Megasaurier somit ein gefundenes Fressen.

Die Animation der Monster ist ganz in alter Toho-Manier gehalten. So wirkt denn vor allem auch Ghidora ziemlich plump, da man an den Formen leicht erkennen kann, dass hier ein Mensch in einem Gummikostüm steckt. Godzilla selbst ist in diesem Film sehr muskulös geworden. Die Zähne sind spitzer, der Blick der Augen aggressiver geworden. Dass Godzilla nur ein Kostüm ist und sich darunter ein Mensch befindet, lässt sich auch hier immer noch deutlich sehen. Allzu menschlich sind nämlich seine Bewegungen.

Obwohl die Kämpfe zwischen den beiden Monstern in Godzilla – Duell der Megasaurier relativ brutal ausgefallen sind, sind sie dank der primitiven Inszenierung zu charmant, um wirklich als brutaler Kampf durchgehen zu können. Zu sehen wie sich die beiden Monster würgen, an den Schwänzen packen und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, ist einfach wunderbar.

Erst als Ghidora später als Mecha-Ghidora aus der Zukunft zurück kommt und der von Godzilla abgerissene Kopf durch einen metallenen ersetzt wurde, wird das ganze Spektakel ziemlich öde. Mecha-Ghidora ist im Grunde nur noch ein Roboter, der sich von unseren Helden steuern lässt, nur um im Kampf gegen Godzilla noch mehr Häuser zu zerstören als Godzilla selbst.

Insgesamt lässt sich Godzilla – Duell der Megasaurier nur eingefleischten Godzilla- und/oder Trash-Fans empfehlen, der Rest sei mit einem Godzilla-Streifen von Ishiro Honda oder Jun Fukuda besser beraten.

© Shaoshi, 19. Januar 2008 (ursprüngliche Fassung von 2001)
5/10

ゴジラvsキングギドラ | Gojira Tai Kingu Ghidora
Japan • 1991 • 103 Min. • FSK 12 • Monsterfilm
Regie | Kazuki Omori
Drehbuch | Kazuki Omori
Darsteller | Kosuke Toyohara, Anna Nakagawa, Megumi Odaka, Katsuhiko Sasaki, Akiji Kobayashi, Tokuma Nishioka, Yoshio Tsuchiya, Kenji Sahara, Koichi Ueda, So Yamamura, Kiwako Harada, Kenpachiro Satsuma

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com

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