Filmkritik | Ring 2 (Japan, 1999)

Ring 2Ring 2 als direkte Fortsetzung von Ring ist auch nur als solche akzeptieren. Eigenständigkeit hält den Film nämlich mit Sicherheit nicht am Leben. Wer den ersten Teil nicht kennt, sollte jedenfalls erst einmal auf Ring 2 verzichten, denn die Handlung fängt praktisch da an, wo sie im ersten Teil aufgehört hat.

In einem seit dreißig Jahren verschlossenem Brunnen wird die Leiche einer Frau geborgen, die sich als Sadako herausstellt—also jenes Mädchen, dessen Geist in Ring per Videoband für Tote sorgte. Nachdem auch noch die Reporterin Reiko aus dem ersten Teil verschwunden und ihr Ex-Mann Ryuji verstorben ist, treten neue Hauptfiguren auf den Plan: Die Studentin Takano und der Journalist Okazaki wollen dem Geheimnis des Videofluchs endlich auf den Grund gehen und finden heraus, dass man den tödlichen Fluch des Videos von sich bannen kann, indem man eine Kopie der Kassette weiterverschenkt, doch ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht, zumal auch noch Sadakos Geist ein Wörtchen mitzureden hat.

Qualitativ wie inhaltlich knüpft Ring 2 also recht nahtlos an den Vorgänger an; will heißen, die Geschichte plätschert weiterhin banal dahin, und obendrein wird auch noch die hundsmiserable deutsche Synchronisation vom ersten Teil beibehalten und sogar noch verschlimmert. Immerhin entwickelt sich die Geschichte weiter und verarbeitet das, was im ersten Teil geschehen ist, anstatt es lediglich zu kopieren. Das passiert jedoch im gleichen langweiligen Stil wie im Vorgänger. Ring 2 wartet mit einem gefühlten Schuss extra Handlung auf, so als wäre Teil 1 nur so etwas wie eine viel zu lange Einleitung für diese Geschichte geworden. Dennoch sind die vielen Mängel zu offensichtlich, um übersehen zu werden. Spannung sucht man wieder einmal vergebens. Da es sich anfühlt, als würde sich ständig alles wiederholen, und Szenen, wie etwa die Aktion im Brunnen, nicht überzeugen wollen, bleibt das Interesse des Zuschauers also wieder kläglich auf der Strecke. Vom subtilen Grusel (wie schon im Vorgänger) nichts zu spüren, vielleicht auch deshalb, weil die biedere Inszenierung mit ihrer einschläfernden Dialogführung meistens nur langweilt und jede Innovation, jede gute Idee schon im Keim erstickt.

Im Aspekt der Fortsetzung betrachtet ist Ring 2 zwar durchaus passabel, doch trüben die zahlreichen handwerklichen Mängel den ganzen Spaß immens. Somit ist der Film denn auch nur wahren Ring-Fans zu empfehlen, da er vom Stil und allem anderen ziemlich dem ersten Teil ähnelt. Der Rest kann sich Ring 2, wie eigentlich die ganze Ring-Saga, schenken.

© Shaoshi, 10. Juli 2008
2/10

リング2 | Ringu 2
Japan • 1999 • 95 Min. • FSK 16 • Horror
Regie | Hideo Nakata
Drehbuch | Hideo Nakata, Koji Suzuki, Hiroshi Takahashi
Darsteller | Miki Nakatani, Hitomi Sato, Kyoko Fukada, Fumiyo Kohinata, Kenjiro Ishimaru, Yurei Yanagi, Rikiya Otaka, Yoichi Numata, Nanako Matsushima, Hiroyuki Sanada, Masako, Rie Inou, Katsumi Muramatsu, Daisuke Ban, Yoko Chosokabe, Reita Serizawa, Isao Yatsu, Taro Suwa, Takashi Nishina, Shiro Namiki, Shinmei Tsuji, Yoshiko Yura, Kazu Nagahama

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com

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