Filmkritik | Mission Adler – Der starke Arm der Götter (Hongkong, 1990)

Mission AdlerNach dem 80er-Jahre-Abenteuer-Actionspektakel Der rechte Arm der Götter schlüpft Jackie Chan in Mission Adler noch einmal in die Rolle eines kunstraubenden Abenteurers, den es an die exotischsten Plätze der Welt verschlägt.

Dieses Mal wird Jackie Chan sozusagen in die Wüste geschickt, denn der Großteil von Mission Adler spielt irgendwo im Norden Afrikas, wo er aus einem geheimen Nazi-Stützpunkt in der Sahara tonnenweise Gold wiederbeschaffen soll, das 1944 dort von einem Offizier und seinen Soldaten versteckt wurde. Neben der Historikerin Ada (Dodo Cheng) wird Jackie auch noch von Elsa (Eva Cobo), der Enkelin des verschwundenen Offiziers, und später auch noch von der japanischen Wüstenexpertin Momoko begleitet. Klar, dass hinter dem Gold auch noch etliche böse Buben her sind, die sich an Jackies Fersen heften.

Die Handlung von Mission Adler klingt wie die diverser amerikanischer Abenteuerfilme wie Indiana Jones, die hier Pate stehen mussten. Dass die Geschichte allein deshalb also ziemlich vorhersehbar und wenig innovativ ist, dürfte klar sein. Allerdings waren Jackie Chan-Filme ja noch nie für eine ausgeklügelte Plotentwicklung bekannt. Vielmehr, und dadurch schafft es Jackie Chan mal wieder, dem Film seinen unverkennlichen Stempel aufzudrücken, sind es sein lockerer einzigartiger Kampfstil und eine gehörige Portion Jackie Chan-Klamauk, die seine Filme prägen. Da Jackie Chan bei Mission Adler auch noch Regie geführt hat, konnte er sich hier ganz nach Belieben austoben, was Fan-Herzen höherschlagen lässt, doch von Chan-Hassern besser gemieden werden sollte.

Jackie Chan kann bei Mission Adler seine körperlichen Fähigkeiten eindrucksvoll zur Schau stellen, auch wenn die Kämpfe im Film nie brutal sind und sich im Grunde darauf beschränken, als erster an die herumliegende Schusswaffe zu gelangen bzw. seinen Gegner daran zu hindern, diese in die Finger zu bekommen. Dieses ewige Hin und Her in stets einem Tick zu langen Kampfsequenzen (was sich ganz besonders negativ im finalen Kampf in einem unterirdischen Windkanal niederschlägt) kann auf Dauer fast schon ermüden. Das hohe Tempo des Films, das konstant gehalten wird, sorgt zwar dafür, dass sich der Zuschauer nicht langweilt, doch wird er erbarmungslos von einer Szene zur nächsten gehetzt, dass er bald schon völlig außer Atem gerät.

Der Humor, der Mission Adler dominiert, ist sicherlich Geschmacksache, doch gilt hier, dass er immer eine Spur zu albern wirkt und deshalb gern so anmutet, als wolle man dem Zuschauer mit dem Vorschlaghammer einbläuen, dass es sich gerade um eine lustige Szene handelt. Hauptbestandteil dieses Humors bilden sämtliche Szenen rund um die beiden ewig keifenden Dummchen Ada und Elsa, die in einer Tour ohne Punkt und Komma miteinander streiten und vor sich hin keifen und sich dabei so dermaßen dämlich anstellen, dass sie ohne Jackie kaum überleben könnten. Das ist nicht lustig, sondern nur absolut nervtötend, wobei die hysterischen Synchronstimmen der Frauen noch ihr Übriges tun. Momoko ist zwar insgesamt ein wenig ruhiger, aber trotz ihrer wichtigen Kenntnisse der Wüste kaum weiter erwähnenswert und im Grunde auch nur eine doofe Frau, wenn es sich für den Humorgehalt einer Szene rechnet.

Dass sich die Bösen ebenso tramplig anstellen, versteht sich von selbst. Warum aber der Offizier, der zunächst als Feind von Jackie und seinem nervenden Anhang auf den Plan tritt, sich schlagartig zum lammfreundlichen Freund wandelt, muss wohl in einem der Logiklöcher verschwunden sein, die der Film in seltsamerweise nicht einmal sonderlich negativer Weise bietet.

Obwohl Mission Adler also ein handwerklich recht solide gearbeiteter Abenteuerfilm rund um Kultfigur Jackie Chan ist, sind vor allem die nervtötenden Frauenfiguren und die konstante Hektik daran schuld, dass dabei einfach kein Spaß aufkommen mag.

© Shaoshi, 24. Januar 2008
2/10

飛鷹計劃 | Fei Ying Gai Wak
Hongkong • 1990 • 102 Min. • FSK 16 • Actionkomödie
Regie | Jackie Chan
Darsteller | Jackie Chan, Eva Cobo, Dodo Cheng, Ken Goodman, Bryan Baker, Ken Lo Wai-Kwong, Vincent Lyn, Shoko Ikeda, Dan Mintz, Winston Ellis, Bruce Fontaine, Bozidar Smiljanic

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com

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