Filmkritik | Mad Mission III – Unser Mann von Bond Street (Hongkong, 1984)

Mad Mission 3Im dritten Teil der Mad Mission-Reihe führte Eric Tsang nicht mehr Regie und das bekommt man auch deutlich zu spüren. Stattdessen gab sich hier Tsui Hark, der in den beiden Vorgängern bereits in winzigen Nebenrollen komisches Talent bewies, die Ehre. Sein solider, ernsthafterer Stil lässt die Actionkomödie allerdings etwas leiden. Dabei ist die Story in Mad Mission III so blöde wie in den beiden Vorgängern auch.

Meisterdieb Sam (Sam Hui) macht sich eben in Paris einen faulen Lenz, als ihn ein James Bond-Verschnitt um seine Hilfe bittet. Angeblich sollen nämlich der Queen von England die Kronjuwelen gestohlen sein, die nun irgendwo in Hongkong zu finden sind. Sam fällt auf die betrügerischen Doppelgänger herein und mopst kurzerhand ein Juwel aus einem Hochsicherheitssafe. Damit handelt sich Sam eine Menge Ärger ein, aber zum Glück hat er immer noch Kodijak (Karl Maka) und dessen Angetraute Ha Tung (Sylvia Chang) als Freunde bei der Polizei. Gemeinsam geben sie den Gaunern Saures.

Mad Mission III beginnt eigentlich recht witzig und durchgedreht, wenn unser Pseudo-James-Bond Sam zu Beginn mit einem U-Boot, das stark an den weißen Hai erinnert, und einer Doppelgängerin der Queen empfängt und auch weitere Pseudo-Figuren aus Bond-Filmen ihr Stelldichein als Bösewichte geben. Tom Collins‘ Reise nach Hongkong, wo sich die Kolonie anfangs selbstironisch als unterentwickelter, exotischer Ort präsentiert, verheißt noch immer Spaß, doch dann flacht der Film leider deutlich ab. Denn der Humor—das Rückgrat der anderen Mad Mission-Filme—hält sich hier stark zurück und kann mit der ein oder anderen tölpelhaften Idee und ein paar dummen Sprüchen, die allzu lahm klingen, einfach nicht überzeugen. Mad Mission III verkommt zur halbherzigen Actionkomödie, die weder richtigen Humor noch überzeugende Action bereithält. Dabei hat Tsui Hark mit seiner Regie die Qualität im Vergleich zu seinem Vorgänger Eric Tsang durchaus erhöht. Die Schnitte passen, die Geschichte wird einleuchtender erzählt. Und trotzdem: Bei Mad Mission III will einfach kein Tempo aufkommen. Die gerade einmal 81 Minuten wirken oftmals zäh und die finale Entführung wirkt so, als wäre der Film unnötig gestreckt worden. Nur weil man die Story etwas internationaler ausgelegt hat, man sogar mit ein paar Eifelturmszenen prahlt und mit Peter Graves einen relativ bekannten US-Schauspieler erworben hat, wird der Film leider nicht besser.

Man vermisst den kindischen Klamauk, der noch die ersten beiden Mad Mission-Filme so nachhaltig geprägt hat, man vermisst das unnötige und unlogische Demolieren allerlei Fahrzeuge, die Gimmicks (die in Mad Mission III höchstens der Vollständigkeit halber und wenig inspiriert vorkommen) und die großen Brüller infantilen Humors.

Was also noch relativ beherzt angefangen hat, versumpft spätestens bei der Reise nach Hongkong in substanzloser Mittelmäßigkeit. Für Fans der Mad Mission-Reihe womöglich noch im erträglichen Bereich, werden sich viele andere einfach nur langweilen. Für eine gute überzeugende Actionkomödie ist Mad Mission III immer noch viel zu schlecht, aber für unterhaltsamen Trash-Spaß leider schon wieder zu professionell. Hier kommt also niemand richtig auf seine Kosten. Schade.

© Shaoshi, 8. Juni 2009
5/10

最佳拍檔女皇密令 | Zui Jia Pai Dang Zhi Nu Huang Mi Ling
Hongkong • 1984 • 81 Min. • FSK 16 • Actionkomödie
Regie | Tsui Hark
Drehbuch | Raymond Wong Pak-Ming
Darsteller | Sam Hui Koon-Kit, Karl Maka, Sylvia Chang, Peter Graves, Richard Kiel, Jean Mersant, John Sham, Naomi Otsubo, Huguette Funfrock, Tsunehara Sogiyama, Lerisa Momeyer, Walter Tso Tat-Wah, Cyrus Wong Ka-Ming, Ricky Hui Koon-Ying, Lowell Lo Koon-Ting, Neil Connery, Gwing Ma San, Wah Hong Mei Chi

Und wie gefällt Euch der Film?

Cover-Quelle: movie.douban.com
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