Tag: Südkorea

Kurzer Zwischenbericht

In Kürze gibt es hier wieder etwas zu sehen! Neben neuen Rezensionen gilt es auch noch ein Blogstöckchen abzuarbeiten.

Schaut in der Zwischenzeit doch mal hier vorbei:

Wieder da mit 9 Kurzrezensionen

Lang ist’s her (und zwar deshalb), aber jetzt sind wir wieder da. Im Gepäck haben wir neue Rezensionen und Projekte und die Hoffnung, den Blog wieder regelmäßig füllen zu können. Bis dahin viel Spaß mit neun Kurzrezensionen.


199DRAGON TIGER GATE | 龙虎门 | Lung Fu Mun
Hongkong • 2006 • Action
Regie: Wilson Yip
Darsteller: Donnie Yen, Nicholas Tse, Shawn Yue, Chen Kuan-Tai, u.a.

Kurzkritik: Donnie Yen, Shawn Yue und Nicholas Tse kloppen sich durch CGI-Metropole. Kunterbunte Comic-Verfilmung, die mit doofen Kostümen, noch blöderen Frisuren und grottenschlechten Computereffekten wie ein billiger Kinderfilm wirkt. Die zahlreichen Actionsequenzen mögen gut choreographiert sein, aber das auffällig schlechte Wirework hemmt den Spaß. Die obermegacoole Kameraführung wirkt außerdem so affig wie der ganze Film. Manchmal ist weniger eben doch mehr.


199EIN HELDENHAFTES DUO | 雙雄 | SEUNG HUNG
Hongkong • 2003 • Actionthriller
Regie: Benny Chan
Darsteller: Leon Lai, Ekin Cheng, Francis Ng, Karena Lam, u.a.

Kurzkritik: Cop Ekin Cheng muss mit Hypnotiseur Leon Lai zusammenarbeiten. Klar, dass das nach hinten losgeht. Endlich mal wieder ein relativ harter Actioner aus Hongkong. Die Sache mit der Hypnose ist zwar eher dünnwandig, tut dem flott erzählten Spaß aber keinen Abbruch. Leon Lai ist auch endlich mal wieder richtig cool, Francis Ng als hassenswerter Bösewicht sowieso.


199FOREST OF DEATH | 森冤 | SUM SUEN
Hongkong • 2007 • Horror
Regie: Danny Pang
Darsteller: Shu Qi, Ekin Cheng, Rain Li, Lam Suet, u.a.

Kurzkritik: Polizistin Shu Qi wendet sich an Pflanzenflüsterer Ekin Cheng, um mysteriöse Todesfälle im Wald aufzuklären. Klingt abgehoben, ist es auch. Die behäbige Inszenierung gerät auf Dauer etwas zäh, die Spannung dadurch etwas mäßig. Grusel-Spezialist Danny Pang hat definitiv bessere Filme im Programm.


199LOVE FOR ALL SEASONS | 百年好合 | Baak Nin Hiu Gap
Hongkong • 2003 • Komödie
Regie: Johnnie To, Wai Ka-Fai
Darsteller: Sammi Cheng, Louis Koo, Li Bingbing, Lam Suet, u.a.

Kurzkritik: Angeschlagener Playboy (Louis Koo) will kampferprobter Klostervorsteherin (Sammi Cheng) dabei helfen, auch mal Liebeskummer zu haben. Überdrehte und laute, aber unterhaltsame Neujahrskomödie mit guten Animationen und einigen witzigen Einfällen. Romantik und Tiefgang bleiben aber auf der Strecke und das ewige Herumalbern ist auf Dauer ganz schön anstrengend. Andere romantische Komödien von Johnnie To kommen vollendeter daher.


199NEEDING YOU | 孤男寡女 | Goo Naam Gwa Neui
Hongkong • 2000 • Romantische Komödie
Regie: Johnnie To, Wai Ka-Fai
Darsteller: Andy Lau, Sammi Cheng, Lam Suet, u.a.

Kurzkritik: Bürokollegen Sammi Cheng und Andy Lau lieben sich nicht – oder doch? Die Chemie des RomCom-Dreamteams Andy und Sammi stimmt und die beiden Regisseure inszenieren die kleine Liebesgeschichte um zwei neurotische Hongkonger mit Witz, Herz und Tiefgang.


199POKER KING | 撲克王 | POU HARK WONG
Hongkong • 2009 • Komödie
Regie: Chan Hing-Ka, Janet Chun
Darsteller: Louis Koo, Lau Ching-Wan, Stephy Tang, Josie Ho, u.a.

Kurzkritik: Louis Koo ist im Online-Poker der Held, besitzt im echten Leben jedoch kein Pokerface. Kann er sich das geerbte Casino in Macao im Kampf gegen Lau Ching-Wan doch noch redlich verdienen? Gaga-Komödie, die mit zwei Stunden Laufzeit mindestens dreißig Minuten zu lang geraten ist. Sämtliche Figuren verhalten sich wie Kleinkinder, tragen fragwürdige Outfits und albern sich durch viel zu lange Szenen. Wer sich nicht gerade fürs Pokerspielen interessiert, dürfte die ein oder andere zusätzliche Durststrecke zu überwinden haben.


199RULE NO. 1 | 第一誡 | Dai Yat Gaai
Hongkong • 2008 • Horror
Regie: Kelvin Tong
Darsteller: Shawn Yue, Ekin Cheng Yee-Kin, Stephanie Che Yuen-Yuen, u.a.

Kurzkritik: Regel Nr. 1: Es gibt keine Geister. Von wegen! Shawn Yue und Ekin Cheng kämpfen auf verlorenem Posten gegen untote Schulmädchen. Zombie-Grusel, der herrlich düster wirkt, auf Dauer aber etwas ermüdend ist. Unbedingt neu sind Thematik und Variation langhaariger Mädchengeister auch nicht. Wer einen verfetteten Ekin Cheng in einer Sauf-Kotz-Sauf-Kotz-Szene sehen möchte, ist in diesem soliden, aber wenig überraschenden Genre-Beitrag richtig.


199SECTOR 7 | 7광구 | 7-GWANGGOO
Südkorea • 2011 • Monsterhorror
Regie: Kim Ji-Hoon
Darsteller: Ha Ji-Won, Ahn Seong-Gi, Oh Ji-Ho, u.a.

Kurzkritik: Schlecht gelauntes Monster dezimiert Bohrinselbelegschaft in 3D. Das ist zweckmäßige Unterhaltung voller Klischees, viel koreanischer Melodramatik und überflüssigen Szenen (Stichwort: Motorradrennen). Der optisch polierte Edeltrash kommt eher gemächlich in die Gänge und dreht beim Monsterbesuch voll auf. Für Fans von Monsterfilmen sehenswert. Der in eine ähnliche Kerbe schlagende Streifen The Host wirkt jedoch runder.


199TRIPLE TAP |枪王之王 | Cheung Wong Chi Wong
Hongkong • 2010 • Actionthriller
Regie: Derek Yee
Darsteller: Louis Koo, Daniel Wu, Li Bingbing, Charlene Choi, Alex Fong Lik-Sun, u.a.

Kurzkritik: Passant Louis Koo spielt sich bei einem Überfall auf der Autobahn zum Helden auf und muss die Konsequenzen für seinen unerlaubten Schusswaffengebrauch ausbaden. Das Sequel zu Double Tap ist ein sauber produzierter, im Endeffekt doch nur mittelmäßiger Actionthriller, dem im Mittelteil dank pseudopsychologischem Niedergang der Hauptfigur etwas die Luft ausgeht. Wer sein Hirn ausschaltet und sich von Louis Koos sonnenstudiogebräunter Schönheit blenden lässt, dürfte sich trotzdem ganz nett unterhalten fühlen.

Schon gewusst? Noch mehr Kurzkritiken gibt es übrigens unter dem Menüunterpunkt „Kritiken – Kurzkritiken/Filme“.

Serienkritik | Friends (Japan / Südkorea, 2002)

Friends

Das vierteilige tanpatsu (»TV-Mehrteiler«) Friends ist die erste TV-Produktion, für die Japan und Südkorea zusammengearbeitet haben, und verarbeitet auch gleich noch ein aktuelles Thema.

Der jungen japanischen Touristin Tomoko (Kyoko Fukada) wird in Hongkong die Handtasche gestohlen. Gewillt, ihre Sachen wiederzubekommen, macht sie sich auf die Suche nach dem Taschendieb und stolpert so über den jungen Koreaner Ji Hoon (Won Bin), den sie zunächst irrtümlicherweise für den Dieb hält. Obwohl Ji Hoon wegen der Unannehmlichkeiten, in die Tomoko ihn gebracht hat, sauer ist, lädt er sie zum Essen ein. Als Gegenleistung will Tomoko die Hauptrolle in seinem Amateurfilm spielen. Die Zeit bis zu ihrem Rückflug nach Japan bzw. Südkorea verbringen die beiden so gemeinsam in Hongkong und kommen sich langsam näher.

Zurück in Japan muss Tomoko ihre langweilige Arbeit in einem Kaufhaus fortführen und Ji Hoon fühlt sich in Südkorea mit dem Wunsch seiner Eltern konfrontiert, den Familienbetrieb zu übernehmen anstatt seinem Traum Regisseur zu werden nachzujagen. Tomoko und Ji Hoon vertreiben sich bald die Zeit damit, sich gegenseitig E-Mails zu schreiben, um so mehr übereinander zu erfahren. Obwohl sie Japan bzw. Korea bereisen, schaffen es die beiden nicht zueinander zu finden, sei es durch Intrigen im Bekanntenkreis, Konflikte mit der Familie oder ganz einfach durch fehlende Zeit und Absprachen. Doch sie geben die Hoffnung nicht auf.

Friends ist die ideale Ablenkung für ein verregnetes Wochenende. Da die Serie nur vier Folgen hat, hat man sie auch ziemlich schnell durch. Ein Happy End ist vorprogrammiert, was insgesamt aber zur Story passt, die ja eher auf eine Romanze zugeschnitten ist. Romantik kommt insgesamt ein wenig zu kurz, da im Grunde parallel zwei Geschichten (nämlich die von Tomoko in Japan und dann die von Ji Hoon in Korea) erzählt werden, wie die zwei Hauptdarsteller ihr Leben meistern und sich gegenseitig vermissen. Gerade in unserer heutigen globalisierten Welt ist das Thema von Verliebten in zwei verschiedenen Ländern ja nicht mehr fremd, weshalb die Story nachvollziehbar ist, und manche von uns sich vielleicht sogar besonders mit den Figuren identifizieren können, haben sie so etwas selbst schon einmal erlebt.

Insgesamt sind die Konflikte zwischen den Kulturen, Verständigungsprobleme und andere Probleme, die eine Partnerschaft über eine solche Entfernung mit sich bringen, ein wenig zu schwach ausgeleuchtet. Für eine tiefere Problemanalyse und Charakterentwicklung hätte man wohl doch mehr Folgen gebraucht. Da die Hauptfiguren aber sympathisch profiliert sind und die kompakte Geschichte normale realistische Leben zeichnet (vor allem das von Tomoko, die als Einzelkind mit ihrer alleinerziehenden Mutter zusammenwohnt, nicht gerade sehr erfolgreich ist und sich früher sogar einmal umbringen wollte), bleibt die Serie unterhaltsam und zuckersüß.

Das Happy End ist etwas zu überzogen, aber insgesamt ist Friends eine nette Miniserie für langweilige Stunden. Und gerade als Nicht-Asiate, der nicht so sehr mit diesen Kulturen vertraut ist, lernt man nebenbei auch noch ein bisschen was über das Alltagsleben in Japan bzw. Südkorea. Schade, dass die Serie nie auf Deutsch erschienen ist. Da muss man sich halt mit englischen Untertiteln begnügen, was bei Friends, das ja auf Kultur- und Verständigungsprobleme aufbaut, wahrscheinlich sowieso besser ist. Friendsist und bleibt ein netter Beitrag zum Thema »Liebe ist grenzenlos«.

© Shaoshi, 6. Juli 2007
7/10

フレンズ | 프렌즈 | Friends
Japan | Südkorea • 2002 • 4 Episoden je ca. 50 Min • Romanze
Regie | Doi Nobuhiro, Han Chul Soo
Drehbuch | Okada Yoshikazu, Hwang Sun Young
Darsteller | Won Bin, Kyoko Fukada, Lee Dong Gun, Han Hye Jin, Yada Akiko, Toda Naho, Ozawa Yukiyoshi, Dokgo Young Jae

Und wie gefällt Euch die Serie?

Cover-Quelle: movie.douban.com